Coastline-Roadtrip

Ja, Ihr lest richtig. Wir haben einen etwas verrückten Roadtrip gemacht, denn wir sind mit dem Auto von München nach Griechenland gefahren. Entlang Küste gen Süden. Der Sonne entgegen. Mit zwei bzw. mehrtägigen Stops in Slowenien, Kroatien, Montenegro und Albanien erreichten wir Korfu, wo wir nach unserer Selbstversorgungstour fünf Tage in einem 5-Sterne-Hotel verweilten. Über Patras ging es anschließend mit der Fähre nach Ancona (Italien) und wieder zurück nach München. Coole Runde, oder? Finde ich auch :-) Wir sind auch schwer begeistert, ganz besonders von Montenegro. Was für einen Schatz wir da gefunden haben. Eine Bilderbuchlandschaft, von der so wenige Leute etwas wissen.

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Ein kurzer Abriss über unsere Tour: Wir starteten an einem Samstagmorgen ganz gemütlich in Richtung Slowenien. Leider mit uns viele andere Ferienurlauber. Die Blechlawine rollte nur langsam dahin, über die Tauernautobahn und den Karawankentunnel nach Bled. In Slowenien besichtigten wir die Höhlen von Postojna, die zweitgrößte für Touristen erschlossene Tropfsteinhöhle der Welt, sowie die Burg Predjama, die größte Höhlenburg der Welt und eine der schönsten Burganlagen Europas. Beides hat uns sehr beeindruckt und insgesamt haben wir einen sehr schönen Eindruck von Slowenien bekommen. Ich glaube, da müssen wir zum Biken oder wandern irgendwann noch einmal hin.

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Weiter ging es nach Kroatien, dort zuerst zu den Plitvicer Seen, die ich schon seit sage und schreibe 18 Jahren besuchen wollte. Aufgrund der Trockenheit und der Menschenmassen haben mich die Seen allerdings leider weniger beeindruckt. Die Wasserfälle sind dieses Jahr nur Rinnsale, aber eben nicht die einzigen Wasserfälle auf der Welt, die kein Wasser mehr führen. Über Šibenik und Igrane mit jeweils Badespaß im Meer führte uns die Küstentour weiter nach Dubovnik. Hier bummelten wir durch die Gassen und ließen den Ort etwas auf uns wirken. So schön Kroatien auch sein mag, besonders begeistert hat es mich leider nicht. Das lag in erster Linie an den total überteuerten Preisen. Um Wasserfälle anzuschauen, zahlten wir über 100,00 € Eintritt, ein Wasserpark in Šibenik hätte ebenfalls für zwei Erwachsene und ein Kind rund 100,00 € gekostet, ebenso das Besteigen der Festungsmauern in Dubrovnik wie auch die Krka-Wasserfälle, was wir uns aufgrund dessen sparten. Sehr schade. Aber für vier Ausflüge 400,00 € zu bezahlen, sehe ich einfach nicht ein. Das Land könnte etwas touristenfreundlicher sein, in allen Belangen. Das ist allerdings unsere ganz persönliche Meinung. Innerhalb von fünf Tagen kann man ein Land dieser Größe auch nicht richtig kennenlernen.

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Schließlich reisten wir aus der EU aus und nach Montenegro ein. Unser erster Stop war die Bucht von Kotor und wir waren sofort verliebt. Abseits von Kotor ging’s einen Bergpass hinauf, wohl eine der weltweit schönsten Panoramastraßen. Wir hatten einen sagenhaften Weitblick über die Bucht bis zum Meer und über die Berglandschaft. Trotz der vielen Wolken. Der Ort Kotor hat uns ebenfalls sehr begeistert. Wir planten spontan vor Ort unsere Unterkünfte um und nahmen zwei Tage in Montenegro dazu. So hatten wir noch Zeit für eine schönen Küstenroute über Stevi Stefan nach Bar.

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Dafür knapsten wir zwei Tage von Albanien ab, was mich aber nicht weiter störte. Basti hätte von Albanien aber gerne noch mehr gesehen. So diente das Land vielmehr nur zur Durchreise und wir legten dafür jeweils einen Übernachtungsstop in Vlorä und einen in Himara ein. Der Norden des Landes hat mir nicht gefallen, das lässt sich auch nicht schönreden. Alles ist im erbärmlichen Zustand, die Kinder betteln auf den Straßen, die Häuser sind kaputt, die Starkstromkabeln hängen fast auf Kopfhöhe. Kaum zu glauben, dass in Europa so eine Armut herrscht. Neben Bosnien ist Albanien das ärmste Land Europas, das hat man eben auch gesehen und gefühlt. Ich möchte die Augen davor nicht verschließen, ganz im Gegenteil. Gerade Touristen sind so wichtig und daher ist es auch richtig, die Unterkünfte und Geschäfte vor Ort zu unterstützen. Aber wir hatten nicht mehr als zwei Tage Zeit. Südlich der Hauptstadt Tirana änderte sich das Landschaftsbild von bergig in flach und ab Vlorä erwartete uns eine herrliche Küstenstraße mit Steilklippen und Weitsichten über das Land und das Meer. Das hat mir mal so richtig gut gefallen und kam auch so plötzlich daher. Albanien hat ganz sicher die Chance verdient, von Individualtouristen, die wir mit Kind nunmal nicht sind, ausgiebig erkundet zu werden. Wir fühlten uns absolut sicher hier und da wir in Airbnb’s übernachteten, also praktisch bei Privatleuten, lernten wir auch ein wenig die Gastfreundschaft kennen und die wird hier sehr groß geschrieben!

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Von Saranda, der südlichsten Hafenstadt Albaniens, brachte uns eine kleine Autofähre auf die griechische Insel Korfu. Hier hatten wir ein fünf-Sterne-Hotel gebucht. Mehr zufällig als gewollt, war es doch das einzige familienfreundliche und bezahlbare Hotel, dass ich bei meiner Suche gefunden habe. Erstmal kam die Reizüberflutung nach unserem zweiwöchigem Selbstversorgertrip. Plötzlich der Luxus eines Büfett und einen Pool vor der Zimmertür. Das Rundum-Wohlfühlpaket genossen wir hier für fünf volle Tage und sechs Nächte. Von der Insel sahen wir überhaupt gar nichts, da wir die Zeit ausschließlich in der Hotelanlage verbrachten. Hatten wir doch schon knapp 2.500 Kilometer und damit wahnsinnig viele Eindrücke hinter uns.

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Zum Schluss nahmen wir eine spontan umgebuchte Fähre auf’s griechische Festland und da unsere Fähre nach Ancona ausgefallen war, mussten wir bis nach Patras auf Peloponnes fahren, um dort in der Fähre nach Ancona mitgenommen zu werden. Das war etwas abenteuerlich auf dem total überbuchten Schiff mit schwerem nächtlichen Gewitter. Noch dazu hatten alle Gäste von der ausgefallenen Fähre, unter anderem wir, keine Kabine zum schlafen mehr. So bekam die Überfahrt den Charakter eines Flüchtlingsschiffes, auf dem alle Familien auf den Boden bzw. in den Sitzen lagen und schliefen. Einmal kann man sowas schon machen und die besten Geschichten entstehen bekanntlich auf Reisen. Aber gebucht und bezahlt haben wir etwas anderes.

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Wie auch immer, die Fähre fuhr 22 Stunden nach Ancona, dort blieben wir noch eine Nacht und schliefen uns aus für die Rückfahrt nach Hause, die trotz Rückreiseverkehr gut und ohne Stau voranging. Alles in allem eine fantastische Rundreise mit Abenteuer, Meer und wundervollen Eindrücken. Ich würde die Route genauso noch einmal buchen, mit der Dauer der Aufenthalte, den Fahrstrecken und Badetage. Würde sich die Strecke in Kroatien nicht so in die Länge ziehen, hätte ich als einzige Änderung noch mehr Zeit in Montenegro geplant. Da müssen wir auch irgendwann noch einmal hin. Zusammen mit Nordmazedonien.

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Auf meiner Webseite wird es hierzu einen ausführlichen Reisebericht geben. Zum Nachfahren für Euch :-) Ich hoffe, dass ich den Bericht (neben den vielen anderen, die noch warten…) so bald wie möglich online stellen kann. Hier auf dem Blog halte ich Euch natürlich auf dem Laufenden.

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Eure Nicky