Koch Dich glücklich – kulinarische Reise nach Vietnam

Kennt Ihr das? Ihr habt jede Menge Kochbücher in Eurem Küchenschrank, die aber nur alle paar Monate hervorgezogen werden um etwas daraus zu kochen? Die Vorräte geben nicht das her, was als Zutat benötigt wird? Die lieben Kleinen haben ihre Leibspeiße und möchten genau die jeden Tag? Da sorgt ein aufwendig gezaubertes Gericht eher für Stirnrunzeln. „Was ist daaas?“

 

Meistens muss die Essenszubereitung schnell gehen oder es werden Gerichte gekocht, bei dessen Zubereitung wir schon routiniert sind. Bei uns ist es so, dass ich abends drei verschiedene Gerichte zubereite. Für jeden seine Extrawurst. Wir essen abends nicht sehr schwer. Daher kommen eben die verschiedenen Salate, selbst gebackenes Brot, Gemüse, Obst, Käse und für das Kindchen das Tagesgericht auf den Tisch.

 

Die Gerichte, die ich nur nach Rezept kochen kann, sind für mich aufwendig, was einhergeht mit der zum Kochen investierten, meist nicht vorhandenen, Zeit. Gerade jetzt bei den warmen Temperaturen sind wir alle bis zum Abend draußen. Wenn wir reingehen, ist der Hunger entsprechend groß und das Essen muss zackig fertig sein.

 

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mein Sonntagsritual von vor knapp fünf Jahren wiedereinzuführen. Bis damals hatte ich nämlich jeden Sonntagabend gekocht. So richtig aufwendig, nach Kochbuch. Ich habe sogar ein Kochbuch von Sterneköche, mit ausschließlich vegetarischen Gerichten, wofür ich eine ganze Reihe an Zutaten benötige, woran ich zwei Stunden kochte (und wir nur 15 Minuten aßen).

 

Denn eigentlich koche ich ganz gerne und um wieder in den Genuss des aufwendigen Kochens zu Genießens zu kommen, durfte ich heute an einem Kochkurs teilnehmen. Der Kurs hieß „Vietnams vegetarische Genüsse“ oder „Vietnam for Veggies“. Unter kochdichglücklich.de können diese Kurse gebucht werden.

 

Auf all unseren früheren (Fern-)Reisen haben wir nirgends so gut gegessen wie in Vietnam. Das war 2009, ich war seit einem Jahr Vegetarierin und wir aßen dort vorzüglich. Damals reisten wir mit dem Rucksack und nächtigen hier und da bei Einheimischen, die uns natürlich auch versorgen. Wir bekamen frisch geernteten Reis, Wasserspinat, Bohnen, Sprossen, Suppen, Eier von im Dorf frei herumlaufenden Hennen, Tofu.

 

(Abendessen in Mai Châu)

 

(Reisfelder in Sapa nähe der chinesischen Grenze und Angler in der trockenen Halong Bucht)

 

(Guide Theng, der uns durch den Dschungel Cuc-Phuong führte, wo wir Affen beobachteten)

 

Die Kursleiterin Minh lebt sein 15 Jahren in Deutschland/München. Minh ist ein typisch vietnamesischer Name, sowohl für Männer als auch für Frauen. So heißen über die Hälfte der Bevölkerung Minh. Wie Hồ Chí Minh Stadt (früher Saigon). Sie bringt die vietnamesische Küche sehr authentisch mit in den Kurs, in dem sie Gerichte kocht, die sie schon in der Kindheit von ihrer Oma lernte. Um die Vielfalt der Gerichte zu bewahren, die sie mit den Kursteilnehmern kochen möchte, befragt sie regelmäßig ihre Oma, die im Hanoi lebt.

 


(Hanoi, Vietnams Hauptstadt und Literaturtempel)

 

Sie überlegen dann gemeinsam Gerichte für den Kochkurs, die miteinander harmonieren, nicht zu aufwendig und typisch sind für Vietnam. Die Oma selbst bekocht die Mönche in den Pagoden in Hanoi, wofür es dafür immer sieben Gerichte gibt. Denn in Vietnam ist es Brauch, eine ungerade Zahl an Gerichten zu kochen. Zusammen mit Reis sind es acht und die acht ist die Glückzahl.

 

Die Zutaten kauft Minh im Asialaden und achtet dabei auf Frische und Qualität. Zu Beginn zeigte sie auf einem kleinen Beamer die Gerichte und anschließend erklärte sie an sieben Stationen, welche Arbeiten für das Gericht erledigt werden müssen. Wie sie gekocht und gewürzt werden. Wie eine Kurkumawurzel verarbeitet wird. Dass Tomaten immer in Spalten und nie in kleine Stücke geschnitten werden, weil Tomaten in Vietnam sehr teuer und rar sind und man diese daher möglichst groß im Gericht verarbeitet. Wie Wasserspinat und Tofu zubereitet wird. Was Elefantenohrstängel sind und was es mit Tamarinde auf sich hat.

 

 

An den jeweiligen Stationen fanden wir Utensilien, Teller, Schüssel, Messer, Schneidbretter und alle Zutaten und als Minh alles erklärt hatte, durften die acht Kursteilnehmer anfangen. Ich war für „Nom rau muong“ zuständig, ein Salat aus Wasserspinat, Mungbohnen-Sprossen und Karotte, mit einen Dressing aus Zitronensaft, Agavendicksaft, Chili, Salz und geröstetem Erdnuss-Sesam-Salz-Gemisch on top. Klingt gut, oder? War es auch.

 

 

Außerdem gab es Aubergine mit frischem Kurkuma, Tofu und Schwarznessel. Eine Suppe aus Tofu, Tamarinde, Docmung, Ananas und asiatischer Petersilie. Mit Shitake-Pilze gefüllter Seidentofu und Pakchoi gedünstet. Tofu mit Zitronengras und Chili. Gurken mit geröstetem Sesamöl. Reis mit geröstetem Erdnuss-Sesam-Salz-Gemisch und als Dessert Kokoscreme mit Tapioka-Perlen, Mango und Bananen.

 

 

Nachdem alles fertig war, saßen wir an einer großen Tafel und schlemmten mit Genuss unser vorzügliches Mittagessen. Vier Stunden dauerte der Kurs und hätte von mir aus noch länger gehen können 🙂 Dazu wurden Getränke serviert, d. h. die Teilnehmer durften sich im Kühlschrank bedienen, Wein, Bier, Wasser, Saft, alles war vorhanden und wir unterhielten uns alle äußerst nett.

 

 

Für mich war es ein sehr gelungener Kochkurs, den ich nur wärmstens empfehlen kann. An dieser Stelle verlinke ich auch gleich nochmal zum letztjährigen Kochkurs „vegetarisches Südafrika“, der im Kochhaus stattfand.

 

Guten Appetit!

 

Eure

 

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