„Nilpferd, hüa!“ Zurück aus Lanzarote

Seit Freitagnacht sind wir zurück aus Lanzarote, unserem ersten Urlaub des Jahres. Darüber gibt es, wie immer, viel zu erzählen und damit fange ich jetzt gleich mal an.  Doch zuerst, zuerst genehmige ich mir noch was Süßes für den Abend. Moment, ich bin gleich wieder da.

 

Voilà. Erstmal ein Eis. Vanille- und Schokoeis mit Melone und Vanillejoghurt, und vegan auch noch. Jetzt aber.

 

 

Wo soll ich anfangen? Von Vorne wäre nicht schlecht.

 

Im totalen Kontrast zu unseren individuellen Reisen des mehr als letzten Jahrzehnts machten wir diesmal Pauschalurlaub mit Ferienflieger, Familienhotel und Halbpension. Ja, wir urlaubten mal anders. Anders als die letzten 13 Jahre. Ich meine als Komplettpaket und als Pauschalreise gebucht, so richtig mit Hoteltransfer und Empfang von der Reiseleitung. So richtig an der Hand geführt. So richtig mit Reieunterlagen.

 

Schön war’s!

 

Der Grund, weshalb es uns zum dritten Mal auf die Kanarischen Inseln zog, war zum einen die Flucht aus dem kalten Winter und zum anderen wollten wir mal ein Familienhotel ausprobieren. Mit Kinderanimation, Bespaßung für groß und klein und ein bisschen Show. Ein Pool durfte natürlich auch nicht fehlen und da hatte Kerstin von Hofbauer Babyreisen uns dieses wundervolle Hotel H10 Lanzarote Gardens empfohlen, was eben auf Lanzarote liegt. Vielen herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle! Wichtig war uns nämlich, dass auch zu Nichtferienzeiten viele (Vorschul-)Kinder im Hotel sind und auch Angebote für Kinder stattfinden. Wir wollten es eben mal so.

 

Über das Hotel habe ich bereits eine eigene Rezension verfasst und bin gerade noch dabei, mein kleines Videochen einzubinden. In den nächsten Tagen wird deshalb auch meine Hotelbewertung für Euch online gehen.

 

Am Tag unserer Ankunft sprangen die Männer erstmal in den Pool, ohne sich vorher wenigstens mal in der Hotelanlage umzuschauen. Aber die Pool-Landschaft ist auch zu verlockend. Am Abend ging’s auch gleich los mit den Bespaßungsmaschinen alias Kinder-Animatuere. So viel vorab, ein Kindergarten ist ein Witz dageben. Mehr zu lesen gibt es dann in der Hotelbewertung.

 

Den Ankunftstag sowie die darauffolgenden zwei Tage blieben wir in der Anlage, guckten hier und schauten dort, aber Begeisterung bei der Animation fand unser Kindchen nicht. Direkt neben dem Hotel gibt es eine parkähnliche Anlage, durch die 5 – 8  Kilometer lange Wanderwege führen. Die Anlage ist groß und unbebaut und nur durch wildwachsende Pflanzen und vielen Steinen bewohnt. Genau hier hielten wir uns den ersten kompletten Nachmittag auf. Animation im Hotel? Ach neeeee, Kind klettert lieber über Steine und ist glücklich. Er ist eben ein Naturmensch und weigerte sich sogar, zurück ins Hotel zu gehen.

 

 

Allabendlich schauten wir bei der Minidisco zu, das Kindchen vom Rand aus sicherer Entfernung. Denn geheuer war ihm das alles nicht.

 

Für Freitag, Samstag und Sonntag hatten wir einen Mietwagen reserviert und erkundeten die Insel. Am ersten Tag ging’s direkt in den Süden zu den Los Hervideros, die bizarre Felsküste im Südwesten. Die Gesteinsmassen entstanden beim letzten Vulkanausbruch und gerade hier zeigt sich auch der Atlantik von seiner stürmischsten Seite. Das Wasser kracht bei hohem Wellengang an die Felsen und scheint diese mit ins Meer zu reißen.

 

 

Das Kindchen kletterte geschickt über die Felsen und ich hinterher. Wir sammelten Muscheln und in einer steckte sogar noch ein Krebs, der erst im Hotelzimmer zum Vorschein kam. Ein Stück weiter kletterten wir über Felsen bis zu einer kleinen Höhle, die das Wasser auswäscht. Hier hinten krabbelten auf einem Felsen unzählige große rote und schwarze Krebse herum. Das sah schon ein bisschen gruselig aus, wenn man so nichtsahnend ums Eck guckt und diese großen Dinger da sitzen sieht.

 

 

Anschließend ging’s zur tiefgrünen Lagune Charco de los Clicos. Hier bließ aber der Wind so stark, dass wir gar nicht lange auf der Aussichtsplattform blieben, sondern zu den Papageienstränden fuhren und auch dort kletterte das Kindchen wieder mutig voran über die Sand- und  Steinhügel. Vom großen Felsen nebenan hatten wir eine tolle Aussicht auf die Bucht und sogar bis hinüber nach Fuerteventura.

 

 

Am Samstag unternahmen wir eine Nordtour und steuerten zuerst direkt die Höhle Cueva de los Verdes an. 45 Minuten dauerte die Tour ins Innere der Erde, der Tunnel wurde durch einen Vulkanausbruch gebildet ist einer der ausgedehntesten und interessantesten des Planeten. Und das Beste zum Schluss, der Guide führte uns zu einem Loch, um das Echo zu hören, wenn man einen Stein hineinwirft. Sagenhaft, das muss man einfach selbst gesehen habe.

 

 

Weiter in Richtung Norden tauchten rechts neben der Straße weiße Sanddünen aus. Die hohen Wellen peitschten an die Küstensteine, die Farbkontraste zwischen schwarzem Lavagestein, weißem Sand, grünem Gewächs und blauem Meer beeindruckte uns sehr.

 

 

Anschließend ging’s weiter zum Mirador del Rio am äußersten Punkt der Insel und zu sehen gab es eine grandiosen Sicht auf die gegenüberliegende Insel La Graciosa und über die schroffe Nordwestküste Lanzarotes.

 


 

Wir fuhren die enge, durch Steinmauern begrenzte Straße entlang der Küste in Richtung Süden, rechts fiel die Klippe einige hundert Meter in die Tiefe und links ruhte das Auge auf einer grünen Landschaft. Wir folgten der Straße durch das Tal der Tausend Palmen. Es ging Pässe hinauf mit Weitblick hinunter, vorbei an Vulkane und durch weiße Dörfer.

 

Der dritte Ausflug am Sonntag führte uns in den Timunfaya Nationalpark. Hier tobte vor 300 Jahren ein sechs Jahre andauernder Vulkanausbruch, der die Insel zu dem geformt hat, was sie heute ist. Wir durchfuhren Lavafelder, die einer Mondlandschaft ähnelt. Am Besucherzentrum kann man zuschauen, wie ein Mitarbeiter Wasser in ein Rohr schüttet, das als Fontäne wieder herausschießt. Die Erde ist nur 6 Meter unter den Füßen 400 Grad heiß. Nebenan starten die Busse für die Gäste, denn als Selbstfahrer darf man nicht durch den Nationalpark fahren. Die Tour dauerte 45 Minuten, wurde mit passender Musik im Bus begleitet und führte über enge Straßen in teilweise schwindelerregender Höhe über diverse Kraterränder. Der Aufenthalt hier hat uns sehr beeindruckt.

 

 

Am Ausgang des Nationalparks, von Norden kommend, gibt es noch eine Dromedarstation. Am Anfang etwas zögerlich traute sich das Kindchen dann doch mitzureiten. Also aufgestiegen und los ging der 20 minütige Ritt über einen kleinen Hügel gleich neben dem Parkplatz. Sehr lustig mit ein bisschen Wüstenatmosphäre.

 

 

Nach den drei Tagen hatten wir gerade mal eine halbe Tankfüllung verbraucht und zahlten beim Volltanken nur 21,00 €. Es lohnt sich wirklich, hier ein Auto zu leihen und über mindestens drei Tage die Insel zu erkunden. Die Wege nicht nicht weit. Von der nördlichsten Nordspitze und von der südlichsten Südspitze bis jeweils zur Inselmittel ist man um die 30 Minuten unterwegs. So lohnen sich auch Halbtagesausflüge.

 

Von Montag bis Donnerstag blieben wir dann wieder in der Anlage und urlaubten, wie man in einem Familienhotel so urlaubt. Der Pool war unser Lieblingsplatz.

 

„Nilpferd, hüa!“ rief das Kindchen und warf sich auf meinen Bauch.

 

Er wollte dann doch einmal bei einem Bastelvormittag im Miniclub teilnehmen. Da lockten ihn die Superhelden. Bei einem Stopptanz zusammen mit anderen Kindern hörte er einfach auf:

 

„Ich muss über Super Mario nachdenken. Das kann ich bei der Musik nicht.“

 

Der Mann und ich nahmen dafür an verschiedenen Erwachsenenaktivitäten teil, wie Boule (Boccia), Dart und Volleyball spielen, Stretching und Workout. Mensch ey, ich hatte lange keinen Muskelkater mehr und stellte fest, dass ich das öfter machen muss. Auch zu Hause. Morgens mal 5 Minuten oder so. Nur den Anfang müsste man machen. Im Urlaub hat man da ein ganz anderes Feeling als im Alltag. Da lagen wir bei lauter Musik unter Palmen mit Blick in einen strahlend blauen Himmel und machten Dehn- und Muskelübungen. Das ist schon was anderes als zu Hause auf dem Wohnzimmerfußboden.

 

Am vorletzten und letzten Abend tanzte dann schließlich auch das Kindchen bei der Minidisco mit, aber wir merkten wieder sehr deutlich, dass er seine Rückzugsorte braucht, wenn ihm etwas zu laut, zu wild oder zu voll wird. Bekommt er seine Ruhe nicht, äußert er sein Unbehagen laut und deutlich, und ungefiltert.

 

Insgesamt waren es 10 wundervolle und erholsame Tage auf einer sehr schönen Insel und in einem Hotel, was den Eltern besser gefallen hat als dem Kind. Zielgruppe fast erreicht, gnihihi.

 

Soweit ein kurzer Bericht über unseren Urlaub. Die Langversion mit einem umfangreichen Fotoalbum wird, wie immer, auf meiner Reisewebseite online gehen.

 

Bis dahin, lasst es Euch gut gehen und cheers!

Nicky

 

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