Wie der Mann ans Netz kam. Mobiler Internetzugang in Schweden und Norwegen.

Ein Gastbeitrag des Mannes

 

Zu den unverzichtbaren Annehmlichkeiten eines jeden Langzeitreisenden gehört selbstverständlich der mobile Internetzugang. Wir haben uns im Vorfeld aus diversen Blog, Foreneinträgen und Wikis ein paar Informationen zusammengetragen und können nun nach längerem Aufenthalt in Schweden und Norwegen aus erster Hand berichten. Der eine oder Andere kann diese Informationen diese Infos vielleicht ganz gut gebrauchen. Genug der Vorrede, hier unsere gesammelten Erkenntnisse:

 

Allgemeines:

 

Da in Schweden nur wenige Campingplätze kostenloses WLAN anbieten (wobei es in aller Regel, wenn es denn überhaupt WiFi gibt, auch gratis ist) sollte man sich, wenn man Wert auf Zugang zum Netz während des Aufenthalts in Schweden legt, eine Simkarte eines schwedischen Mobilfunkanbieters zulegen, inklusive einem Datentarif. Das ist in Schweden einerseits mit knapp 49 SEK (knapp 6 €) für 1 Gb Datenvolumen unschlagbar günstig und auch vergleichsweise unkompliziert.

 

In Norwegen ist die Situation etwas anders. Dort bietet so gut wie jeder Campingplatz kostenloses WLAN an, welches dann auch gleich am ganzen Platz funktioniert, und nicht nur im  Rezeptionsgebäude, zum Anderen ist der Kauf einer Simkarte eines norwegischen Mobilfunkanbieters teurer (ca. 298 NOK / 35 € für 1,2 GB) als in Schweden und etwas aufwändiger, da nicht jeder Anbieter (Prepaid)-Simkarten an Nicht-Norweger verkauft.

 

Im Detail:

 

Schweden:

Für  Schweden hatten wir uns für den Anbieter Telia (http://www.telia.se/privat) entschieden. Telia Shops gibt es in jeder grösseren Stadt in Schweden, und für den Ersterwerb einer Simkarte haben wir auch einen solchen Shop aufgesucht (Östra Boulevarden 32, 291 31 Kristianstad).
Die Netzabdeckung beträgt gefühlt beinahe 100%. Falls kein 3G (UMTS) via Telia verfügbar ist, roamt Telia kostenfrei über den Anbieter Sweden3G, so dass man praktisch überall mindestens UMTS Geschwindigkeit hat. Über LTE/4G können wir keine Aussage treffen, weil wir kein LTE fähiges Gerät dabei hatten.

 

Im Shop selber kauften wir besagte Prepaid Karte, auf schwedisch „Telia Kontantkort“. Das Paket beinhaltet eine Simkarte im normalen Format, als Micro- und Nanosim. Weiterhin ein schmales Faltblatt mit einigen Infos auf schwedisch. Die Prepaidkarte wird einfach mit VISA gezahlt (Barzahlung nicht möglich, wahrscheinlich wird damit in irgend einer Art und Weise die Idendität des Nutzers mit der Simkarte verknüpft, ein Barkauf wäre ja komplett anonym). Das war‘s. Der Händler hat die Karte im System dann auch gleich freigeschaltet, sie war sofort einsatzbereit.

 

Nach dem Freischalten ist die Karte bzw. das 1 GB Volumen 31 Tage lang nutzbar, 3 Tage vor Ablauf oder wenn das Volumen fast erschöpft ist, wird man via SMS benachrichtigt. Das verbleibende Datenvolumen kann abgefragt werden, indem man die Karte ins Handy steckt und *120# anruft, auf dem Diaplay erscheint in schwedisch die Info über das verbleibende Volumen.

 

Internet1

 

Weitere Hilfen gibt es nicht, die Website von Telia ist komplett auf schwedisch, es ist keine englische Version verfügbar, die Hotline ist mit ca. 20 Minuten Warteschlange ebenfalls eher was für Geduldige.

 

Simkarte wieder aufladen: Ist das Datenvolumen aufgebraucht oder sind 31 Tage nach Aktivierung verstrichen, wird der Zugang sofort komplett gesperrt. Um erneut Datenvolumen auf die Karte zu laden, kann in jedem Tabakgeschäft oder Kiosk ein Telia-Voucher erworben werden, mit dem sich die Simkarte wieder aufladen lässt. Dieser nennt sich „Telia ladda surf 1GB“ und kostet 49 SEK.

 

Internet2

 

Man hat nun nach Kauf 7 Tage Zeit, diesen einzulösen, ansonsten scheint er zu verfallen. Aufgeladen wird, in dem man die Kombination *120*CODE# wählt, (CODE ist beim Wählen natürlich durch einen 14 stelligen Zifferncode  zu ersetzen, der auf dem Bon steht), es erschweint eine sofortige Mitteilung, dass der Vorgang erfolgreich war.

 

Internet3

 

Es gibt auch für 39 SEK ein Datenpaket mit einem Volumen von 1 GB,  welches allerdings nur 1 Tag gültig ist. Da wir aber über einen längeren Zeitraum das Volumen von 1 GB aufbrauchen wollten, haben wir uns für die 49 SEK-Version für 31 Tage entschieden.

 

Norwegen:

Mobiles Internet in Norwegen ist um ein vielfaches teurer als in Schweden. Wir versuchten es zunächst im Shop vom norwegischen Marktführer Telenor  (http://www.telenor.no/privat/) (Telehuset, Bogstadveien 27 B, Oslo), wo man uns aber freundlich mitteilte, dass selbst für den Kauf von Prepaidkarten, auf norwegisch „Kontantkort“, eine norwegische Sozialversicherungsnummer gebraucht wird. Freundlicherweise riet uns der Shopinhaber aber, es doch mal beim Mitbewerber NetCom (https://netcom.no/) 200 Meter weiter zu versuchen, dort wäre es auch für Nichtnorweger möglich, nur mit einem Personalausweis eine Simkarte zu erwerben. NetCom ist die Nummer 2 unter den norwegischen Anbietern, mit einer UMTS Abdeckung von gefühlt 100% und immer grösser werdenden LTE Abdeckung (lt. Werbung im Shop).

 

Für 99 NOK (ca. 11 €)  bekommt man hier also ein Grundpaket („Netcom smart kontant“) mit einer normalen, micro- und nanosim, einem Datenvolumen von 250 MB und unbegrenzten Anrufen innerhalb Norwegens (Mobil und Festnetz), was sich als praktisch bei der telefonischen Reservierung von Campingplätzen erwiesen hat. Für weitere 199 NOK (ca. 23 €)  gab es dann noch mal ein 1 GB (Paket „mini“) Daten obendrauf, so dass wir hier also 1,25 GB Datenvolumen zur Verfügung hatten. Der Händler übernahm freundlicherweise auch gleich die Freischaltung und Aktivierung der Karte, was ca. 20 Minuten dauerte und sicher für den Reisenden alleine eine grössere Hürde darstellen dürfte. Hier also am besten den Händler bitten, alles mit der Hotline zu regeln. Die Grösse des noch verfügbaren Datenvolumens war unseres Wissen nach nicht so einfach wie in Schweden abrufbar, unser mobiler Router mit Datenzähler leistete hier aber zuverlässigen Dienste. Über das Wiederaufladen der Karte können wir leider nichts sagen, da dies bei uns nicht nötig war. Der Händler meinte aber, dass die englische Hotline, die unter 5500 aus dem Netcom Netz heraus erreichbar ist, da gerne assistiert. Laut dem Wiki http://prepaid-data-sim-card.wikia.com/wiki/Norway ist es ähnlich wie bei Telia in Schweden, d.h. Voucher am Kiosk oder in jedem Lebensmittelladen kaufen und einlösen. Das Aufladen der Karte via Website ist nur mit einer in Norwegen registrierten Kreditkarte möglich.

 

Sonstiges:

 

Wir haben auf unserer Reise für den mobilen Internetzugang einen mobilen 3G UMTS Router gekauft, Modell TP-Link m5350 V2.

 

Da wir mit mehreren Geräten, teilweise auch gleichzeitig ins Internet wollten, ist es natürlich einigermaßen unpraktisch, die Simkarte immer in das entsprechende Gerät zu stecken, von Geräten ohne sim-slot (Notebook, iPad) ganz zu schweigen.

 

Die Simkarte wird in den Router gesteckt, einschalten, das wars. Das Gerät wählt sich bei Bedarf ins Internet ein und dient gleichzeitig als WLAN Accesspoint für alle Endgeräte mit WLAN-Funtionalität. Funktioniert nach mehreren Monaten intensiver Nutzung erstaunlich problemlos out of the box, hat einen Datenzähler und ein kleines OLED-display, es sind auch mit den Werkseinstellungen keinerlei Konfigurationsänderung nötig und ist mit knapp 50 € auch erschwinglich. Unserer Meinung nach für alle, die auf Reisen öfter, auch mit mehr als einem Endgerät, ins Netz wollen, eine runde Sache.

 

Ein gutes Wiki in englischer Sprache über Prepaid Simkarten mit Focus auf Datentarifen gibt es hier:

http://prepaid-data-sim-card.wikia.com/wiki/Prepaid_SIM_with_data

 

4 Gedanken zu „Wie der Mann ans Netz kam. Mobiler Internetzugang in Schweden und Norwegen.

  1. convertible notebook

    Ich bin gerade zufaellig auf Ihrer Seite gelandet (war auf der Suche nach einer anderen Seite).
    Ich moechte diese websiete nicht verlassen, ohne
    Euch ein Lob zu dieser klar strukturierten und schick designten Seite zu hinterlassen!

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  2. Winfried Schneider

    Super dass ihr eure Erfahrungen teilt. Ich habe exakt die gleichen Erfahrungen machen können. Die Bezahlung per Visa ist nicht zwingend erforderlich, jedoch sichern sich viele Händler gegen Identitätsbetrug durch diese Bezahlung ab (wobei ich in der Regel noch Personalausweis zur Visa vorlegen musste).
    Das Aufladen sollte auch per online Buchung möglich sein.
    Innerhalb eines Jahres aufgeladen, kann die Karte wieder verwendet werden

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    1. Nicky Artikelautor

      Vielen herzlichen Dank für Deine Ergänzung! Das Aufladen haben wir online gar nicht versucht, wir wussten nicht, dass das möglich ist. Deshalb danke an dieser Stelle 🙂

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