Tipps und harte Fakten für Schweden und Norwegen – Teil 2 – Verpflegung, bezahlen, Nützliches und Praktisches

In meiner „Reihe“ Tipps und harte Fakten für Schweden und Norwegen geht’s nun weiter. Im Teil 1 berichtete ich aus eigener Erfahrung über Campinghütten zur Vor- und Hochsaison, reservieren ja oder nein sowie Ausstattung und Größe.

 

In diesem Teil 2 geht es ums Einkaufen, Essen, bezahlen, Nützliches und Praktisches. Hierbei verzichtete ich aber auf die Erwähnung Selbstverständlichkeiten oder dessen, was in jedem Reiseführer nachgelesen werden kann. Vielmehr habe ich die Informationen aufgeschrieben, die wir während unseres 3-monatigen Aufenthalts sammeln konnten und für den einen oder anderen ganz hilfreich sein können.

 

Einkaufen, essen und Verpflegung beim Campen

 

Schweden:

Abgesehen von unseren Vorräten, die wir in Deutschland einkauften, bevor wir mit der Fähre übersetzten, gingen wir vorzugsweise in den Lidl einkaufen und wenn’s keinen gab, fiel die zweite Wahl auf den ICA (es gibt Nära, Supermarket, Quantum oder Maxi, von klitzeklein nach rießengroß) und die dritte Wahl auf den Coop Konsum. Der Lidl ist dabei das günstigste Lebensmittelgeschäft.  Um das Wort „günstig“ zu verdeutlichen: Zu Hause gehe ich unter anderem auch in den Lidl einkaufen und sagen wir’s mal so, in Schweden zahlten wir für einen halben Korb so viel wie in München für einen vollen. Am Monatsende hatten wir also das gleiche Geld für die Hälfte an Lebensmittel ausgegeben, wie zu Hause. Das wiederum hatte den Nebeneffekt, dass wir unsere Ernährung ein bisschen umstellten. Weg von zu viel Süßem, hin zu mehr Gesundem. Wir kauften also schon allein aus Geldgründen nicht alles zusammen, (was man am Ende dann gar nicht isst), sondern wir kauften bewusst und achteten bei der weit geringeren Menge auf alle gesunden Nährstoffe. Gar keine Königsdisziplin und genauso handhaben wir das nun auch zu Hause. So landeten im Einkaufswagen bei fast jedem Einkauf Naturjoghurt (gesund und am günstigsten), Müsli, Milch, Brot und Semmeln, Marmelade und Käse, reichlich Gemüse für den täglichen Salat und an Obst nur Äpfel und Bananen. Melone und die vom Kindchen heißgeliebte Mango gab’s nur hin und wieder. Für das Mittagessen für das Kindchen und mich gab es meistens Nudeln, Reis oder Kartoffeln mit Gemüse (Mais, Brokkoli, getrockneten Tomaten, Paprika), mal eine Linsensuppe mit Kartoffeln oder Milchreis. Am Abend zumeist Brote mit Käse und Salat, manchmal eine Suppe dazu. Wenn wir grillten, dann meistens Stockbrote, Veggie-Produkte, Maiskolben oder Gemüsepäckchen mit Fetakäse.

 

Ich hatte noch den genialen Einfall, Campingrezepte herauszusuchen und mitzunehmen. Davon kochte ich letztenendes nur ein einziges Rezept nach und dieses dafür gleich mehrmals. Wir nannten es „die Campingpfanne“, bestehend aus Kartoffeln, Zuchini Paprika und Fetakäse, kleingeschnitten und mit Kräutersalz, Rosmarin und Oregano angebraten. Lecker!

 

An Flüssigem gab’s Tee oder abgekochtes Leitungswasser. Leider sind die Regale fast nur mit Schwarztee und Grüntee bestückt, einzig im Lidl gibt es auch Früchtetee. Was ich damit sagen will: Man kann sich auch für wenig Geld gut und gesund ernähren, nicht nur im Campingurlaub. Das teuerste für uns waren die Veggie-Produkte, also Fleischersatz in Form von Tofu, Eiweißprodukten und Produkten auf Milchbasis, Obst, Gemüse und Käse. Veggie-Produkte gibt es in manchen ICA Maxi’s reichlich, in den kleinen nur zwei bis drei ausgewählte verschiedene Produkte. Im Coop Konsum fanden wir dagegen nur Tiefkühl-Veggie-Produkte, was die Aufbewahrung schwierig machte, da nicht jeder Kühlschrank in den Campinghütten mit einem Tiefkühlfach ausgestattet ist.

 

Für mich absolut sowas von unappetitlich sind die meterlange Süßigkeitenregale in den schwedischen Supermärkten. Die größten Süßigkeitenkonsumenten der Welt.

 

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Es gibt eigens Märkte nur für Süßigkeiten. Ein Markt so groß wie der Lidl voll mit Süßigkeiten. Ich verzichtete darauf, hineinzugehen, da ich mir aus Süßwaren nicht viel mache.

 

Drogerieartikel findet man ausschließlich in den größeren Supermärkten, also im ICA und Willis. Eigene Geschäfte für Drogerieartikel gibt es in Schweden nicht.

 

Norwegen:

In Norwegen konnte sich der Lidl-Markt nicht durchgesetzt, dafür fanden wir an jeder Ecke den angeblich günstigsten Supermarkt REMA 1000. Beim ersten Besuch in eben diesem fanden wir alles ziemlich durcheinander vor. Die Preistafeln passten nicht zu den Produkten und alles lag in den Regalen irgendwie namenslos herum. So kauften wir am Anfang versehentlich öfter die teueren Tomaten oder das teuerste Brot wegen den verwirrenden Preisschildern. Anders als im KIWI, der zudem noch günstiger ist und alles schön geordnet mit den richtigen Preisschildern für das passende Produkt. Also wählten wir den KIWI für unsere üblichen Lebensmittel. Für Großeinkäufe oder Drogerieartikel gibt es auch in Norwegen den ICA, wobei Drogerieartikel auch in kleineren Supermärkten zu finden sind. Wie in Schweden gibt es auch in Norwegen keine eigenen Geschäfte für Drogerieartikel. Fleischersatz hatte sich für uns in Norwegen leider gänzlich erübrigt, da Mangel an Grillplätze und außerdem kostete z. B. eine Packung von 200 Gramm Veggie-Buletten ca. 75,00 NOK (knapp 9,00 €), das war es uns nicht wert. Dann lieber darauf verzichten.

 

Bezahlung:

Über das Thema Bezahlung, also wie wir vorzugsweise in Schweden und Norwegen in Supermärkte, auf Campingplätzen oder Eintritte bezahlen, lasen wir ganz unterschiedliche Meinungen. Vor der Reise ging ich auch extra noch einmal zur Bank um mich beraten zu lassen. Die Dame empfohl mir, alles mit der Kreditkarte zu bezahlen und auch mit der Kreditkarte Geld abzuheben, anstatt EURO in Schwedische oder Norwegische Kronen zu tauschen. Letztes handhaben wir schon immer und haben wir auch in Schweden und Norwegen getan. Aber was das Bezahlen betrifft, konnten wir ganz andere Erfahrungen sammeln.

 

Entgegen einschlägiger Webseiten ist es immer und überall möglich, mit der Maestro-Karte, im Volksmund EC-Karte, zu bezahlen. Im Supermarkt, auf Campingplätzen, Eintritte, Schwimmbäder etc. Sogar Kleinstbeträge werden üblicherweise mit Karte behahlt. Gerade in Norwegen, so heißt es auf verschiedenen Webseiten, ist das Bezahlen mit Maestro-Karte gar nicht verbreitet. Was soll ich sagen? Wir zahlten ausschließlich mit Maestro, denn dies ist möglich und die Gebühr beträgt für jeden Vorgang nur 1,50 €. Bei der Bezahlung mit der Kreditkarte fallen 1% Auslandseinsatzentgelt vom bezahlten Betrag an und auf unserer Kreditkartenabrechnung standen am Ende teilweise Gebühren über 4,00 €. Also gilt, sowohl in Schweden als auch in Norwegen mit Maestro zu bezahlen, da dies immer und überall möglich ist und hierbei die geringere Gebühren anfallen. Geld abheben ist dagegen mit Maestro nicht möglich, da muss dann doch die Kreditkarte gezückt werden.

 

Nützliches und Praktisches:

 

Campinggeschirr:

An Ostern, kurz vor Abreise, bekamen wir für die Reise Plastikbesteck gescheckt und ich wusste nicht, warum wir das brauchen sollten. Schließlich seien doch die Hütten mit Geschirr und Besteck gut ausgerüstet. Während der Reise erwiesen sich aber gerade die Messer und Gabel als äußerst praktisch und hilfreich. So war doch mal schnell eines der Messer gezückt, um beim Picknick Gurke zu schneiden oder eine Gabel zum essen. Die Löffel dagegen gingen fast vollständig wieder mit nach Hause, zumal wir für das Kindchen immer und überall eigene kleine Löffel dabei hatten.

 

Ebenso praktisch und immer im Einsatz bei Picknicks oder Grill-Out’s waren unsere Picknickteller. Keine aus Pappe, sondern Plastik und sogar spülmaschinenfest. Passt in jede Tüte, kein Aufpassen, weil unzerbrechlich und schnell mit Tücher gereinigt bis zur nächsten Spülküche.

 

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Mobiler Router:

Für mobilen Internetzugang hatten wir einen mobilen 3G UMTS Router gekauft, Modell TP-Link m5350 V2. Näheres zum Thema Internet in Schweden und Norwegen können Sie hier lesen.

 

Verschiedenes:

Außerdem praktisch: Wäscheleine und Klammern, Tupperdosen für Sammelmaterial, Nähzeug, Stirnlampe (aber ab Mai nicht mehr benötigt) und Bastelmaterial (darüber berichte ich in Teil 3 ausführlich).

 

Selbstverständlichkeiten, wie Kleidung oder persönliche Gegenstände habe ich nicht aufgeführt, weil jeder sein eigenes Gepäck zusammenstellt und jeder für sich weiß, was mit muss und was nicht.

 

Reiseapotheke für die Hosentasche:

Dass eine Reiseapotheke mitgeführt werden muss, ist selbstverständlich. Was hineingehört sollte jeder Reisende oder jede Familie für sich bestimmen. Was ich aber empfehlen kann ist eine kleine Handapotheke für die Hosen- oder Jackentasche. Wir haben diese in Form eines Rucksacks, 13x9x5 cm klein und gefüllt mit Mullbinden sowie Pflaster bei Verletzungen, Pflaster, Kreislauftropfen, kleine Tütchen Zucker und kleine Tütchen Magnesium. Unser persönlicher Bedarf. Zeckenset und Wunddesinfektion durften natürlich auch nie fehlen. In der großen und mittleren Reiseapotheke (letztere für den Schnellzugriff mit den am meisten benutzen Dingen) war natürlich alles andere enthalten. Gebraucht haben wir insgesamt nur Pflaster, Zeckenzange, Antibrumm, Kreislauftropfen mit Zucker, eine Salbe wegen Rückenschmerzen, Fenistilgel und Bepanten.

 

Jantelag

Über das „Jantelag“ habe ich schon in meinem Beitrag „Warum ausgerechnet die Nordländer“ berichtet. Das „Jantelag“ ist das oberste ungeschriebene Gesetz der schwedischen Gesellschaft: “Du bist nicht besser als die anderen”. Ein bewundernswertes Prinzip der sozialen Gleichheit, bei dem es als äußerst unhöflich gilt, dieses Gesetz zu missachten. Dann ragt man als angeberisches Individuum aus der Menge heraus. Besser ist, sich daran zu halten, wenn man nicht unangenehm auffallen möchte 😉 Uns persönlich fiel das nicht besonders schwer als ohnehin schon introvertierte Persönlichkeiten. Wir unterhielten uns viel und oft mit den Schweden und erzählten schon auch über unsere Reise. Der Gedanke an das „Jantelag“ war dabei aber immer allgegenwärtig.

 

Im Teil 3 meiner „Reihe“ Tipps und harte Fakten für Schweden und Norwegen geht’s weiter mit Outdoor und Schlechtwetterbeschäftigung für’s Kind.

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