Nigardsbreen Gletscherzunge bei Gaupne, Norwegen

Die Nigardsbreen Gletscherzunge bei Gaupne in Norwegen ist einen eigenen Beitrag in meinem Blog wert. Sie ist die einzige von drei Gletscherzungen im Jostedalen Naturreservat, die ohne Weiteres erreicht werden kann.

 

Die einzige Straße von Gaupne zum Gletschermassiv ist die N604, in Gaupne unübersehbar ausgeschildert. Nach ca. 40 Minuten erreichten wir Gjerde, von dort links den Hinweisschildern und eine enge Straße gefolgt, zahlten wir an der Schranke 40,00 NOK, um zum Parkplatz zu kommen. Von dort hatten wir schon eine tolle Sicht auf die Gletscherzunge mit dem vorliegenden halbgefrorenen Gletschersee.

 

Dann ging die Wanderung los. Wir stapfte alle drei durch Schnee und kletterten über Felsen, beides wechselte sich ab. Das Kindchen hatte großen Spaß am Klettern und lief die gesamte Strecke bis kurz vor der Gletscherzunge alleine. Wir balancierten über Bäche aus Schmelzwasser, beobachten rumpelnde Stein- und Schneelawinen links und rechts an den hohen Felswände und machten immer wieder kurze Fotostops. Ich würde nicht sagen, dass die Strecke kleinkindfreundlich ist, eher das komplette Gegenteil. Aber so gern das Kind auch getragen wird, hier herumzuklettern wollte er sich nicht entgehen lassen.

 

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Kurz vor unserem Ziel war er aber dann doch ganz schön k.o., immerhin liefen wir fast eine Stunde und das war selbst für uns Eltern anstrengend.

 

Wir pausierten auf den Felsen, machten ein ausgiebiges Picknick und trockneten Schuhe und Füße in der Sonne. Der Gletscher lag nur noch einen Steinwurf von uns entfernt und wir wollten schon noch bis ans Ziel. Also Kräfte wieder animiert und weiter ging’s.

 

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Die meisten der Wanderer liefen links des Gletschebaches, wir verfehlten aber irgendwo die Abzweigung und liefen rechts davon. Links sieht man auch nicht mehr, als auf der ganzen Wanderung hierher. Da, wo wir hinliefen, türmte sich die Gletscherwand meterhoch auf und zeigte kleine Gletscherspalten und den Gletschermund, ein riesiges Loch im ewigen Eis, aus dem das Gletscherwasser heraussprudelt.

 

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Als wir am Ziel ankamen, freuten wir uns alle drei gleichermaßen. Das Kind bejubelte mit „Wir sind daaaa!“ sein Erfolgserlebnis. Er freute sich sehr darüber und machte ihn sehr stolz. Er traute sich aber nicht aufs Eis, dafür ich. Für ein Beweisfoto.

 

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Der Jostedalsbreen ist der größte Gletscher auf dem europäischen Festland. An der dicksten Stelle misst das Eis 500 Meter. Der Nigardsbreen gilt als die schönste Gletscherzunge des Jostedals-Gletschermassivs. Doch auf diversen Fotos sieht der Nigardsbreen größer aus, nun ist an der rechten Seite eine Eismasse abgebrochen und nicht mehr da.

 

Nach kurzer Verweildauer liefen wir den gleichen Weg zurück, den wir gekommen sind. Da, wo die Fußspuren im Schnee verliefen, um sicher zu gehen, nicht in eine Schneespalte abzustürzen. An der gleichen Stelle wie vorhin machten wir ein zweites Picknick, legten uns alle drei auf den Felsen in die Sonne und chillten eine halbe Stunde.

 

Auf dem Rückweg trafen wir eine britische Familie und wir unterhielten uns kurz, denn sie hatten auch ein Kleinkind dabei. Sie spendierten eine Packung Fruchtstückchen, die das Kindchen auf dem restlichen Rückweg verspeiste.

 

Kurz vor dem Parkplatz war er dann aber endgültig platt, legte sich quer über einen Stein und ließ alles hängen.

 

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Ein sehr empfehlenswertes Auflugsziel und für Fotografen ein echtes Eldorado.

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