Mädels-Wochenende am Gardasee vom 11. – 13. Juni 2021

Nachdem ich mit einer Freundin vor einigen Jahren schonmal Amsterdam unsicher gemacht hatte, wurde meine Frage „Lust auf Kurztrip“ auch direkt mit „JA!“ beantwortet. Anlässlich ihres Geburtstages stand das Wochenende direkt fest und als die Frage aufkam, wer fährt, wurde kurzerhand ihre Idee, doch mit dem Zug von München nach Verona zu fahren, umgesetzt.

 

Ein paar Tage später wurde Italien vom Corono-Risikogebiet heruntergestuft, so dass sich die Sache mit der Einreise von selbst geklärt hat.

 

11.06.2021

6:45 Uhr verließ ich die Wohnung, um mich mit meiner Freundin in der S-Bahn zu treffen. Am Münchner Ostbahnhof deckte ich mich mit Wasser und süßem Gebäck ein und pünktlich um 7:44 Uhr fuhr der Eurocity der ÖBB auch direkt los. An den Grenzen zu Österreich und später zu Italien marschierten Grenzpolizisten durch den Zug. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, ob wir uns nun sicher oder unsicher fühlen sollen. Kontrollen fanden schließlich keine statt, von unseren Negativtests, Einreiseformularen und was man alles brauchte, wollte niemand etwas wissen. Bis vor einer halben Stunde vor Grenzübertritt nach Italien hieß es immer wieder per Durchsage, dass bis Innsbruck Negativtests vorzuzeigen seien und Fieber gemessen wird. Wenn was nicht passt, wäre man in Innsbruck rausgeworfen worden.

 

Pünktlich nach 5 Stunden Fahrtzeit kamen wir in Verona Porto Nuova an. Wir beschlossen nicht lange herumzutun und das nächste Taxi zu nehmen um möglichst schnell endgültig anzukommen. In Italien gibt es Festpreise für Taxfahrten, so stand fest, dass wir 55,00 € nach Garda zahlen würden. Dem war auch so. Nach einer rasanten Fahrt, die mir mehr Angst mache als Spaß zahlten wir letztenendes 58,00 € bis zum Hotel.

 

Meine Freundin wusste vom Hotel nichts und demnach auch nichts vom endgültigen Reiseziel, also dass wir in Garda landen werden. Von außen sah das Hotel schon sehr nett aus. Wir checkten ein, begutachteten das Zimmer mit Balkon und Aussicht, aber das eigentliche Highlight lag nicht im Zimmer, sondern zwei Stockwerke über uns. Oben angekommen war die Überraschung groß, denn mit einem Dachterrassenpool, Liegestühle unter Sonnenschirmen und mit Aussicht über den kompletten See inkl. Hafen hat meine Freundin nun wirklich nicht gerechnet. Überraschung gelungen.

 

Von der langen Zugfahrt brauchten wir aber zuerst Bewegung und bummelten einmal quer durch die Gassen Gardas, am Ufer entlang nach Norden und setzten uns auf die Kieselsteine direkt ans Wasser. Schöööön war es hier. Aber auch sehr heiß. Da wir keine Kopfbedeckungen dabei hatten, liegen wir zurück nach Garda und zwei Souvenirläden weiter wurden wir beide auch schon fündig.

 

Zurück im Hotel bezogen wir direkt zwei Liegen, bestellten an der Sky Pool Bar alkoholfreien Pina Colada und Mohito und stießen erstmal auf unser wohlverdientes Chillout Wochenende an.

 

Wir hatten nur Übernachtung mir Frühstück, aber man kann im Hotel auch Halbpension buchen oder das Abendessen gegen Bezahlung nutzen. Wie es der Zufall so wollte, war auch gerade heutige Veggieday, denn das 4 Gänge-Tagesmenü war ausschließlich vegetarisch und weil es nur 18,00 € pro Person kostete, aßen wir hier gemütlich zu Abend. Wussten wir schon gar nicht mehr, wie das ist, wenn man mal nicht kochen muss und man stattdessen bedient wird. Wie ging das gleich nochmal? Der Kellner kommt und fragt, was wir gerne Essen würden? Dann teilt man seinen Wunsch mit und 10 Minuten später steht dieser mit dem Wunschessen am Tisch? Genau. So war das :-)

 

Danach ging’s noch auf Verdauungsspaziergang am Ufer in Richtung Süden bis nach Bardolino und bis Tagesende sind wir tatsächlich noch über 16.000 Schritte gelaufen. Bis mich die Müdigkeit ausknockte und wir 22:45 Uhr ins Hotel zurückkehrten.

 

12.06.2021

Gut geschlafen standen wir gegen 8:30 Uhr auf und schlendere in den Frühstücksraum. Oh, man brachte uns Kaffee und Tee an den Tisch. Cool :-) Auch das funktionierte nach Corona noch so gut wie vorher. Zum Glück.

 

Wir bedienten uns am Buffet und frühstückten wirklich sehr lecker. Ich baute mir mein Müsli mit allen gesunden Zutaten, wie ich es gerne essen und für meine Freundin gab es sogar glutenfreies Brot. Wir saßen und quatschten bis 11:00 Uhr und chillten vom Frühstückstisch direkt auf die Dachterrasse, fanden noch zwei leere Liegen und chillte dort weiter bis 18:00 Uhr. 7 Stunden, unterbrochen von einem kurzen Snack und Cocktails an der Bar und einer Erfrischung im Pool. Genau das richtige für zwei ausgebrannte Mamas. Genau DAS war bitternötig. Energie und Kraft tanken, Popo in die Sonne, obwohl wir wirklich froh um unseren Sonnenschirm waren.

 

Am Abend suchten wir eine uns empfohlene Eisdiele auf, spazierten durch den Ort und einen Hügel hinauf, von dem wir dachten, dort an ein Türmchen zu gelangen. Das schien aber in Privatbesitz gewesen zu sein, also ging’s wieder runter und weiter in ein Restaurant am Ufer zum Abendessen

 

Gestern war es hier sichtlich leerer, trotz Europameisterschafts-Länderspiel Italien gegen keine Ahnung mit Public Viewing. Wir fanden anhand der Speisekarte ein nettes Restaurant und der Kellner bot uns einen Platz direkt an der Uferkante an, wenn wir noch 5 Minuten warten würden. Um die Wartezeit zu verkürzen, kam ein anderer Kellner kurzerhand mit zwei Gläser Weißwein und Erdbeerdeko für uns um die Ecke, aufs Haus versteht sich. Dann wurde unser Tisch frei und wir dinnierten bis Schließung des Restaurants um 23:30 Uhr. Total die Zeit verpasst.

 

13.06.2021

Heute konnten wir nicht ganz so herumbummlen wie gestern, denn 10:00 Uhr mussten wir schon wieder auschecken. Also 8:30 Uhr zum Frühstück und das aber ausgiebig genutzt bis kurz vor zehn. Denn zusammengepackt waren unsere Sachen schnell, wir hatten ja nur jede einen Rucksack dabei. Nach dem Checkout durften aber die Dachterrasse noch nutzen und so bezogen wir erneut zwei Liegen und brutzelten noch ein bisschen in der Hitze.

 

Für die Heimreise wollten wir nicht mehr ein Taxi nutzen, das fand ich nicht so berauschend. So entschieden wir uns, mit der Fähre nach Peschiera zu fahren und von dort den Zug nach Verona zu nehmen. Wir hatten ja noch Zeit und auch keine Lust, über eine Stunde in einem Bus zu sitzen.

 

Nachdem beim Zutritt auf die Fähre über ein digitales Messgerät mal eben schnell bei jedem Gast Fieber gemessen wurde, ohne dass man es merkte, schipperten wir eine Stunde über den See . Das war die beste Entscheidung, denn hier wehte uns ein schöner Wind durch die Haare und das war super angenehm.

 

Angekommen in Peschiera hatten wir nur noch 20 Minuten Zeit zum Bahnhof zu kommen und ein Ticket zu kaufen. Also Beine in die Hand genommen und los. Die Ticketautomaten waren sehr simple zu bedienen und warum nur ist alles überall einfacher als in München. Zack, Tickets gekauft in einer Minute um am Gleis festzustellen, dass der Zug 20 Minuten Verspätung hat. Jaaaa, länger durfte es aber nicht dauern, sonst würden wir unseren Zug nach München verpassen.

 

In 20 Minuten brachte uns der Zug nach Verona, dort noch Verpflegung und Kaffee gekauft und ab zum Eurocity nach München. Dieser fuhr pünktlich auf die Minute um 15:01 Uhr los und wir ergatterten ohne Sitzplatzreservierung genau wie auf der Hinfahrt schöne Plätze mit Tisch.

 

Mit dem Zug in den Urlaub fanden wir sehr entspannend und erholsam. Ohne Kinder 5 Stunden im Zug kriegt man super gut rum, auch wenn man alleine reisen würde. Es entfällt die Verkrampung am Steuer, die Konzentration auf der Autobahn und die Abgase sowieso. Per Auto hätten wir womöglich genauso lang gebraucht, wenn man Stau, hohes Verkehrsaufkommen, evtl. Grenzkontrollen und Pausen mit eingerechnet. Außerdem kamen wir sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt pünktlich am jeweiligen Zielort an, ein Hoch auf die Österreichische ÖBB :-)

 

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