Glaskogen Naturreservat und Umgebung im schwedischen Värmland

Das Glaskogen Naturreservat in Lenungshammar verdient gesonderte Aufmerksamkeit hier im Blog. War es doch eines der schönsten Campingplätze während unserer drei Monate.

 

Anfahrt über die E18 und E45 von Osten kommend, gelangten wir in die Arvika Kommune und durchfuhren eine herrliche Landschaft, vorbei an zahlreichen Seen, über große Brücken und entlang endloser Wälder. An der Rezeption wurden wir freundlich empfangen, wie wir es von den Schweden schon gewohnt waren und wählten die kostengünstigste Hütte, eine 4-Bett-Hütte, die wir uns erst einmal anschauen durften, bevor wir buchten.

 

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Ein einzigartiger Campingplatz, jeder Stellplatz ist wie ein kleines Grundstück mit eigener Feuerstelle und durch kleine Wäldchen voneinander abgegrenzt. Alles zusammen in einem Waldstück im Herzen des Naturreservates und direkt am See Övre Gla gelegen. Die nächsten Campinggäste waren 100 Meter von uns entfernt hinter der nächsten Kurve, also nicht einsehbar. Der See lag fast glasklar vor uns. Perfekt.

 

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Aber so schön und gemütlich die Hütte auch ist, sie ist mit 10 Quadratmeter zu klein geraten und wirklich nur zum Schlafen geeignet. Es stehen zwei Doppelstockbetten über Eck darin, ohne Rausfallschutz, selbst zusammen geschreinert. Ein Tisch mit drei Stühle, zwei Kochplatten, Wasswocher, Mikrowelle, Kühlschrank und Geschirr, wobei aus Platzgründen Mikrowelle und Kaffeemaschine unterm Bett verschwanden. Aber immerhin gibt es Ablagefläche in der Hütte. Für ihre kleine Größe war diese somit ziemlich gut eingerichtet, unabhängig davon, dass sie schon ein paar Quadratmeter größer hätte sein können.

 

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Ein Trinkwasserhahn steht auch vor der Hütte, mit kalten Wasser natürlich. Täglich war Zähnputzen und Geschirr spülen an diesem Wasserhahn angesagt, auch bei 5 Grad Kälte. Auf der großen Veranda gibt es einen Tisch mit vier Stühle und davor eine Lagerfeuerstelle. 160 Schritte von der Hütte entfernt steht eine kleine Waldtoilette, auch unter dem Namen Plumpsklo bekannt.

 

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Wir nahmen uns vor, es hier ein paar Nächte zu probieren, denn die Einsamkeit und die absolute Stille im Wald sind einfach zu verführerisch und perfekt. Mit uns standen, Anfang Mai, noch zwei weitere Autos auf dem gut 800 Meter langgesteckten Campingplatz, wobei unsere Stuga die einzige hier ist. Die restlichen Stugas stehen in der Nähe der Rezeption. Zur Hochsaison ist es hier sicher nicht so einsam.

 

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Neben dem Platz verläuft eine Nebenstraße, die aber wenig befahren und so gut wie nicht zu hören ist. Auf der anderen Seite der Straße erstreckt sich Wald, so weit das Auge reicht.

 

Achtung Elch! Im Glaskogen Naturreservat haben wir unseren ersten Elch gesichtet und neben der Hütte lag eines morgens ein Haufen frischer Elchkot. Diese Gegend ist bekannt für einen reichen Elchbestand, aber auch für Füchse, Luchse und Hasen. Angeblich wurden in den vergangenen Jahren auch Bären und Wölfe gesichtet, obwohl in anderen Quellen steht, dass diese Tiere hier schon seit den 70er Jahren nicht mehr in freier Natur leben.

 

Im Wald gibt es eine Schutzhütte mit Feuerstelle und einen kleinen Bootssteg, für Kanufahrer bestens für eine Pause oder Übernachtung geeignet. Am Anfang des Waldstückes, ca. 500 Meter weiter vorne, informiert eine Infotafel über das Naturschutzgebiet. Rund um die ca. einen Kilometer entfernte Rezeption gibt es ordentliche Toiletten, Duschen und Waschmaschine mit Trockner.

 

Umgebung:

 

Neben der Rezeption beginnt ein 5 Kilometer langer Natur- in Kulturpfad. Am Wegesrand  stehen in unregelmäßigen Abständen Schilder mit verschiedenen Informationen, dreisprachig. Rechts trafen wir schnell auf Herrgårdsbacken und wenig später ging’s über eine Lichtung mit Aussicht auf den See Stora Gla. Dann hinein in einen dunkleren Wald, hier und da ein Knacksen, bis wir Norra Laskerud erreichten, was aus einer Stuga, einer Scheune, einer Trinkwasserpumpe, zwei Lagerfeuerstellen und einem Schuppen mit Feuerholz besteht. Der  Wanderweg machte einen Bogen und führte uns weiter durch den Wald, vorbei an Informationstafeln bis hin zum See Stora Gla. Der Wald wurde mal dunkler, mal heller und schließlich erreichten wir einen großen Picknickplatz mit Badestrand. 4 Stunde wanderten wir den Rundweg mit ausgiebigen Spielpausen für’s Kindchen, bis wir am Ausgangspunkt ankamen. Insgesamt eine sehr schöne Wanderung, nicht zuletzt um auch ein wenig Kultur mitzunehmen.

 

Natürlich bieten sich die See Övre Gla und Stora Gla hervorragend zum Kanu- oder Ruderbootfahren an. Die Rezeption des Glaskogen Campings ist gleichzeitig Kanuverleih für das Glaskogen Naturreservat. Hier gibt es unzählige Kanus und ein paar wenige Ruderboote sowie Karten mit eingezeichneten Schutzhütten und Lagerplätzen zur Übernachtung.

 

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Bei schlechtem Wetter empfehle ich die Arvika simhall. Mit moderatem Eintrittspreis (90,00 SEK pro Erwachsener, das sind nicht mal 10,00 €, für Kinder zwischen 1 und 9 Jahren 13,00 SEK) und das für Kinder viele schöne Sachen bietet. Es gibt ein Schwimmerbecken mit Sprungturm, ein warmes Kinderbecken, in dem das Kindchen mit 90 cm gerade noch stehen konnte und welches mit Spielzeug, großen und kleinen Schwimmhilfen ausgestattet ist, eine 55 Meter lange Rutsche, ein Abenteuer-Piratenschiff mit kleinen Rutschen in knöchelhohem Wasser sowie einen Wirlpool mit fast heißen Wasser, ein Eisbecken und eine Sauna. Leider haben wir im Schwimmbad keine Fotos gemacht, so dass ich hier nichts zeigen kann. Aber ich denke, die Webseite gibt Aufschluss, wie es darin aussieht, inkl. Preisliste.

 

Viel Spaß und einen schönen Aufenthalt im Glaskogen Naturreservat.

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