Gipfeltour

Schwupps, eine Woche rum und ich habe noch immer nicht von unserer wunderschönen Mama-Sohn-Gipfeltour berichtet. Naja, eine Tour war es ja nicht direkt, eher ein Ausflug, aber hoch hinaus ging es trotzdem. Das Kindchen wollte nämlich schon seit langem mal auf einen Berg. Na warum auch nicht. Der Papa unternahm eine zweitägige Radtour und ich hatte keine Lust darauf, mit Kindchen zu Hause zu bleiben.

 

So suchte ich am Donnerstagabend nach einer Übernachtungsmöglichkeit von Freitag auf Samstag für Mama mit Kind und bekam, trotz Sommerferien, ein freies Zimmer in einer Pension Nahe dem Tegernsee. Denn der Tegernsee ist nicht so weit weg, ideal für einen Kurztrip und das Wetter sollte auch ganz gut werden.

 

Am Freitag ging es mittags nach Feierabend los. Ich lud unser Gepäck ins Auto, holte das Kindchen vom Kindergarten ab und wir starteten direkt in Richtung Süden. Am Tegernsee angekommen suchten wir nach einem Bootsverleih und ab hier übernahm das Kindchen unsere restliche Planung. Er lief voraus und fragte einen Herren nach einem Elektroboot für uns. Wir bekamen eins und schipperten damit eine Stunde über den See.

 


 

Anschließend suchten wir unsere Pension auf, dort checkte uns das Kindchen ein und wir bekamen einen Drink auf’s Haus. Wasser natürlich. Der Herr war wirklich sehr zuvorkommend und bat sehr oft seine Hilfe an, weil ich ja viel zu tragen hätte und ja alleine wäre. Aber vielen Dank, die Mama kommt schon zurecht. Hihi.

 

Wir bezogen ein kleines Zimmer, schlüpften in wärmere Sachen und düsten auch schon weiter. Das Kindchen wünschte sich nämlich einen Sonnenuntergang auf dem Berg, aber wir mussten erst einmal nachfragen, wo wir mit dem Auto möglichst weit hinauffahren können. Er rannte wieder voraus, traf vor mir unten an der Rezeption ein und als ich dazu kam, war schon alles geklärt. Sehr praktisch so ein Kind. Wir würden zum Bloomberg fahren. Gesagt, getan kamen wir am nahe gelegenen Bloomberg an, aber die Straße nach oben ist für normalen Verkehr gesperrt. Ich beschloss kurzerhand, noch eben mit dem Sessellift hochzufahren und runter zu laufen, bis 18:00 Uhr wäre der Sessellift in Betrieb. Das Kindchen stimmte zu.

 

 

Oben angekommen, verschwand die Sonne leider hinter den Wolken und zeigte sich nur hin und wieder mal. Aber in die Ferne zu blicken, über die vielen Gipfel hinweg, in Richtung Süden, weckte mal wieder das Fernweh in mir und allein das war es Wert, hinauf zu fahren.

 

 

Das Kindchen spielte mit Steine und Stöcke in Wald und Wiesen. Eine Stunde, so sagte die Dame unten am Sessellift, würden wir hinunterlaufen, also wanderten wir gegen 18:00 Uhr los.

 


 

Das Tempo eines Fünfjährigen hatte ich dabei nicht berücksichtigt und auch nicht, dass es auf dem Weg so viele für ihn spannende Stationen gab. Klanghölzer, Fernrohre aus Holz und noch mehr Klanghölzer. So dauerte unser Abstieg fast 2 Stunden, es wurde dunkle und dunkler und irgendwann blickten wir links in einen absolut finsteren Wald. Buuuuuuuuh!

 


 

Alles halb so schlimm, es waren noch andere Wanderer unterwegs. Wir waren nicht ganz alleine.

 

20:00 Uhr am Auto angekommen, suchte ich im Navi nach einer Pizzaria und auch dort übernahm das Kindchen die Führung, bestellte Pizza, Salat und Wasser. Nur bezahlen musste Mama. Er schaffte es dann gerade noch mit offenen Augen in die Pension und während ich unsere Sachen aufräumte, ist er auch schon eingeschlafen. Völlig platt.

 

Am nächsten Morgen waren wir 8:00 Uhr auf den Beinen und wollten frühstücken gehen. Leider gab es aufgrund Personalmangel in der Pension kein Frühstück, aber ein netter Mitarbeiter beschrieb uns den Fußweg zu einem Bäcker, wo wir ihn direkt wiedertrafen. Wir genehmigten uns ein (un-)gesundes Süßkram-Frühstück und kauften im Supermarkt nebenan noch Wasser und Kekse für unsere heutige Tour.

 

In der Pension ausgecheckt ging’s zurück an den Tegernsee und dort steuerten wir den Wallberg an. Ich kenne den Berg schon und wusste, dass man das letzte Stück zum Gipfelkreuz klettern muss. Genau deshalb wählte ich den Wallberg. Wir fuhren mit der Seilbahn hinauf und drehten oben erstmal ein paar Runden. Zur Kapelle und zurück. Über Wiesen und Steine.

 


 

Bis wir den Weg zum Gipfelkreuz einschlugen. Das Kindchen sofort in seinem Kletterelement ließ kein Felsen und kein Steinchen unberührt und kletterte drauf los. „Der richtige Weg ist langweilig, Mama.“. Anders hätte ich es von ihm auch gar nicht erwartet. Ein bisschen normalen Weg mussten wir trotzdem laufen, aber bald, bald weichten wir vom Track ab und begaben uns auf einen Offroad-Kletterfelsen querfeldein.

 


 

Andere Eltern schauten uns nach. Gut, dass ich nicht hören konnte, was sie sagten. Das Kindchen eilte voraus, ich hinterher und schon bald kamen wir am Gipfel an. Gar nicht so schlecht und das Kindchen megastolz.

 

 

Oben pfiff uns der Wind um die Ohren, aber egal, wir picknickten erstmal. Nee halt, zuerst trug das Kindchen alle Bretter zusammen, die er hier finden konnte und baute uns eine „Basis“. Erst dann picknickten wir.

 


 

Wenn wir schon mal hier oben sind auf 1.722 Metern, müssten wir schon auch zum Gipfelkreuz klettern. So verließen wir unsere „Basis“ und stiegen zum Kreuz hinauf. Nach ein paar Stunden hatte das Kindchen genug vom Berg, vorausschauend fragte ich mehrmals, ob er wirklich wieder runterfahren möchte. Er wollte. Nun gut. Unten angekommen wollte er heim und zu Hause angekommen wollte er wieder auf den Berg. Wie es eben so ist.

 


 

Am Nachmittag endete unser kleiner Trip in die Berge. Ein kleiner Kurzurlaub. Ein kleines bisschen wie richtiger Urlaub. So intensiv und entspannt. Mit dem Kindchen als wunderbarer Reisebegleiter und ich freue mich schon sehr auf weitere Mama-Kind-Erlebnisse.

 

Eure

 

 

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