40 Kilometer Radl-Tour zum Münchner Airport

Wie lange haben wir unsere erste richtige Fahrradtour mit Kind geplant und immer wieder hatte das Wetter unsere Pläne vernichtet. Aber heute war es endlich soweit.  Mit dem Fahrrad zum Flughafen. 30 Kilometer von Haustür bis Besucherpark.

 

„Mama, fliegen wir dann auch mit dem Flugzeug?“

„Nein, leider nicht, aber wir buchen bald unseren Urlaub und dann fliegen wir wieder.“

„Au jaaaa!“

 

Ich hatte mir im Vorfeld die Strecke per Google Maps genau angeschaut, zwar nicht minutiös geplant, aber vorbereitet.

 

Das Kindchen wollte ja am liebsten gleich selbst losradeln mit seinem neuen Fahrrad, nachdem er letztes Wochenende ganz spontan Fahrradfahren lernte. Überhaupt war das letzte Wochenende ein sehr ereignisreiches mit Überraschungsbesuch von den Großeltern, die für ihn ein Fahrrad mitbrachten, was er sich wünschte. Er setzte sich drauf und fuhr einfach los.

 

Die Strecke zum Airport war aber zum Selbstfahren zu weit, das verstand er natürlich, freute sich aber trotzdem sehr auf den Ausflug.

 

Um 10:30 Uhr starteten wir zu Hause, fuhren zuerst den direkten Weg zur Isar und am Isarwehr begann für uns der Radweg entlang eben dieser durch die Natur flussabwärtes in Richtung Norden. Ein herrlicher Radweg, der mit Kinderanhänger wirklich gut gefahren werden kann. Unseren ersten Stopp legten wir nach 2 oder 3 Kilometern ein, an Stromschnellen, die vom Kindchen genau inspiziert werden mussten.

 

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Ein zweites Mal pausierten wir mit Picknick in Ismaning. Dort fanden wir etwas abseits des Radweges Baumstämme als prima Sitzmöglichkeit. Nach der Pause dauerte es nicht lang, bis wir den Ort Fischerhäuser rechts liegenließen und dort die Augen schwer wurden und das Kindchen eine gemütlich Position zum Schlummern einnahm. Wir hatten hinter dem Sitz die Gurte gelöst, so dass er sich nach hinten an den Rucksack lehnen konnte.

 

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An der Autobahnbrücke A92 bogen wir vom Isarradweg ab in Richtung Hallbergmoos. Von hier aus hatte ich die Strecke zum Besucherhügel am Flughafen per Maps herausgesucht, aber das war gar nicht nötig. Ich erfreute mich an der guten Beschilderung, die uns entlang der gleichen Strecke führte, die ich geplant hatte. Links, rechts, geradeaus und die Flugzeuge im Landeanflug dicht über den Feldern.

 

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Der Radweg führte uns direkt zur Nordallee und somit genau zum Besucherhügel. Nach 2 1/2 Stunden um genau 13:00 Uhr angekommen, parkten wir die Räder und erfreuten uns an der erfolgreichen Umsetzung unserer lange geplanten Radtour. 30 Kilometer sind für uns jetzt kein Meisterwerk und wir wären die Strecke auch wieder zurück gefahren, aber ein bisschen Rücksicht auf den Kleinsten mussten wir schon auch nehmen, zumal es die erste weite Tour für ihn gewesen ist.

 

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Wir verbrachten ganze 4 Stunden hier auf dem Spielplatz, picknickten, schleckten ein wohlverdientes Eis und stiegen auf den Besucherhügel, um die Flugzeuge zu beobachten. Das Kindchen tobte sich aus und verwandelte die Minigolfbahnen zum Spielplatz.

 

 

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Ein sehr schöner und entspannter Nachmittag in der Sonne ging zu Ende, als wir gegen 17:00 Uhr die Heimreise antraten. Ursprünglich wollten wir vom Besucherpark die S-Bahn nehmen. Da wir noch nie unsere Fahrräder im Zug dabei hatten, informierte ich mich, ob das überhaupt möglich ist. Ja, ist es, laut Beförderungsbedingungen der MVV. Dummerweise, wir haben ja meistens Pech, weil meistens irgendetwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt, egal wann und wo, wurde die Brücke zur S-Bahn und die S-Bahn-Station selbst gebaut. Daher alles gesperrt und die S-Bahn hielt hier auch nicht an. Gerade über dieses eine Wochenende. Eines von vielen, und es war selbstverständlich genau das, an dem wir diese Tour endlich unternahmen. Brainstorming. Zwei Stunden nach Hause radeln wollten wir nicht, bleibt nur die S-Bahn-Station Hallbergmoos. In Hallbergmoos angekommen, guidete uns aber das Handynavi direkt in die Ortsmitte anstatt zur S-Bahn. Also 6 Kilometer in die mehr oder weniger falsche Richtung gefahren bis sich das Navi dann doch umentschieden hatte und uns den richtigen Weg anzeigte. Das waren dann nochmal 4 Kilometer. Dem Mann ging die Kraft langsam aus, hatte er schließlich 40 Kilometer den Fahrradanhänger mit Kind und einen ebenso schweren Rucksack mitgezogen.

 

An der S-Bahn angekommen, klappten wir schnell den Anhänger zusammen und gut getimed fuhr die S-Bahn auch schon ein. Im ersten Wagen befindet sich ein „Abteil“ für Fahrräder, dort stiegen wir zu und 15 Minuten später wieder aus. Nun noch 1 1/2 Kilometer nach Hause, wo wir alle drei erschöpft aber glücklich auf’s Sofa fielen.

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